My Blog » Kunst und ein Nilpferd aus dem Kiez

 8 Comments - Add comment | Back to Home Written on 01-Jul-2008 by paulsari

Ich habe letztens diese kenianische Skulptur als Geschenk bekommen. Die Art, in der der Kopf nach oben blickt, bringt mir sehr viel Freude. Die Form der langen Nase und ihre Kurve am Ende ist natürlich übertrieben, aber mir macht sie den Eindruck, dass die Distanz zwischen Ohren und Schnauze gezielt ist, damit das ganze ästhetisch besser wirkt.

Es hat mich zum Denken gebracht wie unverständlich Kunst ist. Das meine ich nicht im Sinne von der puren ästhetischen Interpretierung eines Werks, sondern im Sinne davon, wie sein Charme auf uns wirkt. Dieses Stück aus Kenia ist eins, wo die Nachmachung jenes, was in unserer Umgebung zu beobachten ist, leicht nachvollziehbar ist. In anderen Fällen ist dieser Prozess der Neurealisierung des beobachteten Objekts zum Kunststück schwerer vorstellbar (und wenn Kandinsky sagt, dass er von Musik inspiriert worden ist, dann muss man das ihm einfach glauben, weil diese verschiedene Dreiecken ihre Inspiration genau so gut in einer querliegenden Packung Ritter Sport hätten finden können). Manche Gemälde, Skulpturen usw. sind angeblich ganz weit von ihrer Quelle entfernt, aber ich bin dennoch überzeugt, dass alle Formen und Strukturen eine Neuinterpretierung anderer visuellen Eindrücke vertreten.

Wo das Kunstwerk seine Inspiration gefunden hat, geht allerdings nicht direkt auf meine Frage wie Kunst uns überhaupt Freude machen kann und so möchte ich auch zurück zu diesem Tier kommen. Es ähnelt einem Nilpferd, aber was bringt eine Person auf die Idee, diese visuelle Form aus Stein noch ein Mal herzustellen und sie nachher als Dekoration unseres zu Hauses zu verwenden? Warum ist die Form nicht immer exakt nachgemacht? Liegt der Grund darin, dass wir in der Lage dazu sind? Oder besser kommt mir die Möglichkeit vor, dass wir das doch nicht so haben wollen? Warum wollen wir oft eine Reproduktion davon haben, was wir sowieso schon jeden Tag betrachten? Liegt es allein darin, dass die Skulptur für mich keine offensichtliche Funktion hat, dass ich sie als Kunst klassifiziere und meinen Topf oder meine Pfanne nicht?

Bestimmt hat Barthes diese Fragen schon geantwortet und sie auch geschickter gestellt als ich, aber der hatte kein Blog und die ganzen Fotos, worauf er sich in seinen Veröffentlichungen bezieht, kenne ich nicht und, sei es, weil ich Distanz zur Akademie halten will, oder sei es, weil ich faul bin bzw. nicht genug Zeit habe, kann ich mir nicht alle seiner Quellen anschauen und damit überlegen, ob er Recht hatte. Ihr könnt mir aber gerne gleich mitteilen, was für einen Unsinn ich hier geschrieben habe.

Das Tier wurde von einer Familie in Kenia aus Kisii-Speckstein gefertigt. Dimensionen: ca. 470mm(L) x 180 mm(B) x 300 mm(H)

bad ass hippo

Kandinsky Chops:

g029b kandinsky tr ln

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Comments

  • written on 01-Jul-2008

    cristian.saracco [http://www.webjam.com/brand30] says:

    Art is far from reason... is feelings... perhaps that's the reason why, in some cases, it has no meaning!

    Also, it would be a reflexion of our soul (considering that we have one!)... Looking for some functionality?... Difficult question (also considering that I understood correctly your post... and I'm not so sure...)

  • written on 01-Jul-2008

    paulsari says:

    Hi Cristian, absolutely art is feeling, and I am a big advocate for avoiding the imposition of meaning on the aesthetically pleasing (for the sake of it).

    I was not looking for functionality. It's just as possible that your question can be traced back to the ambiguity of my language as your miscomprehension. Either way, I'll translate this into English later today (was not in the mood at 3 in the morning yesterday )

    Thank you, too for your other music recommendation. I enjoyed it! (I must admit though that Aterciopelados are rather at the periphery of my musical tastes.)

    Leeré más leer de tu blog y sus varias páginas estos días ;P Ya he leído unos artículos y me gusta que es (más o menos) comprensible para personas sin conocimientos de marcas, branding etc. Me parece bien también que involucras varios argumentos en los temas que discutes, lo de "ideología" en las marcas nacionales por ejemplo. Debería escribir este tipo de elogio en tu blog, pero bueno... ya has ganado un premio

    Venga, ahora tengo que echar un vistazo a vuelos a la ciudad en la que vives tú. Voy a encontrarme allí con una vieja amiga.

  • written on 01-Jul-2008

    cristian.saracco [http://www.webjam.com/brand30] says:

    Yep!... My miscompehension comes first... Und bis 1985, hab' Ich kein Deutsch geschprochen und gelesen!

    Instead how it looks, Brand 3.0 is (or at least is trying to be) a people experience rather than a pure branding space... It's semantic!

    And thnak you very much for your comment!...

    Have a nice trip to Madrid!

  • written on 01-Jul-2008

    albertob says:

    Can't wait for the translation.

  • written on 02-Jul-2008

    Lupa [http://www.luciabahia.canalblog.com] says:

    So ist das Kunst... ganz unverständlich und mit viel Subjektivität, (...gottseidank!)... hast du schon mal das Werk von unsere argentinische künstlerin Marta Minujin gesehen??? Guck mal, das hat sie mit mattresses gemacht: http://www.martaminujin.com/esculturas.html

    komme mal wieder! bis bald!

  • written on 02-Jul-2008

    cristian.saracco [http://www.webjam.com/brand30] says:

    Marta ist groß ... obwohl sie öfter baden müssten

  • written on 02-Jul-2008

    paulsari says:

    Gottseidank, auf jeden Fall!

    Nein, sie kannte ich nicht, aber sie macht ganz nette Sachen. Auch die gespaltenen Köpfe aus Gips haben mir gut gefallen.

    mach mal! und machs gut!

  • written on 02-Jul-2008

    Lupa says:

    du bist recht Cristian!!! :-)

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