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1 Comment- Add comment Written on 31-Jul-2008 by sylkeUm es gleich vorweg zu nehmen: ich habe heute fotografiert. Drinnen, darußen, oben und unten. Nutzt mich und Euch aber nix, denn ich kann den kleinen USB-Nupsi nicht finden, in den ich die Speicherkarte stecke um die Bilder aufs Laptop zu holen.
Daher teile ich mal wieder keine Bilder, dafür aber ein paar Lektionen der letzten Tage:
2 Comments- Add comment Written on 29-Jul-2008 by CaptKeen
6 Comments- Add comment Written on 29-Jul-2008 by sylkeIch habe also beschlossen, mal das eine Badezimmer in Angiff zu nehmen. Nicht das herrschaftliche Bad, das bedarf verschiedener Eingriffe, die jenseits meiner doch sehr limitierten handwerklichen Fähigkeiten liegen. Nein, das zweite Bad. Das mit der Badewanne und den zwei Waschbecken.
Irgendwas stimmte mit dem Raum nicht. Das habe ich wohl gemerkt. Irgendwie war es wohl mal lieblos umgestaltet worden. Gegen seinen Willen. Und so habe ich mich dann einfach mal eine halbe Stunde auf den Badewannenrand gesetzt und den Raum so auf mich wirken lassen. Vielleicht würde er mir ja erzählen, wie er eigentlich aussehen sollte. Und so entdeckte ich ein paar Details, die wohl noch aus der Erstausstattung des Raumes stammen (das Haus wurde 1974 gebaut). Ich sah einen verchromten und erbärmlich quietschenden Spiegelschrank. Und einen ebenso verchromten Toilettenrollenhalter, der in die Wand eingelassen wurde.
Aha. Das war doch schon mal ein Anhaltspunkt. Jetzt verstand ich auch, was da nicht stimmte. Die letzen Eigentümer hatten versucht, das reduzierte Chrom mit niedlicher Keramik "gemütlich" zu machen. (Für "Gemütlichkeit" gibt es übrigens kein englisches Wort). Keramik Handtuchhalter mit Blümchenmotiv und dazu noch billige Baumarktunterschränke aus Holz mit verzierten Messingbeschlägen prallen also auf geradlinige Chromdetails - das kann ja nichts werden. Das Bad und ich sind uns dann schnell einig: der Chromlook muss wieder her. Raus mit der Gemütlichkeit. Und die off-rosa Farbe an den Wänden - nee. Das ist auch nix.
Streichen ist ja nun das geringste Problem. Nur das Farbschema - das kann ich ja als Konzepterin nicht dem Zufall überlassen. Ich denke, eine Mischung aus Montana Farben wird es werden. Blau, wie der Big Sky, Grün, wie die Wälder und die Wiesen im Frühjahr, Beige, wie die Hügel im Sommer, Braun, wie das Holz, das hier so eine große wirtschaftliche Rolle spielt(e).
Auch die Blümchenkeramik war binnen 10 Minuten abmontiert. Bleiben noch die Holzunterschränke. Messingbeschläge abschrauben, abschleifen, lackieren, Chrombeschläge dran - so die Idee.
Mein erster Stop für's Material: Home Resource. Auch sowas tolles Missoulianisches. Menschen spenden dort Baumaterialien, die sie nicht mehr brauchen. Weil sie zuviel gekauft haben, weil sie was ersetzen, warum auch immer. Es gibt dort ALLES. Über Holz aller Art, Steine, Farbe - aber auch ganze Fenster und Türen, Armaturen, Regenrinnen, Fensterläden und Kleinkram wie Beschläge, Nägel, Schrauben, Lampen, Fliesen. Und zum Beispiel auch jede Menge Chrom-Handtuchhalter. Habe zwei gefunden, jeweils einen Dollar. Und ein paar verchromte Lichtschalter. Eine Lampe für draußen habe ich noch gekauft - 3 Dollar und ein paar alte Tapetenrollen. Keine Ahnung, was ich damit machen werde, aber es war ein tolles altes Muster.
Farbe und die dazu benötigten Utensilien habe ich dann noch bei Lowes Hardware besorgt und dann ging es los. Und beim Streichen habe ich dann wohl die Zeit vergessen, denn als ich mir mal was zu trinken holen wollte habe ich gemerkt, dass es draußem schon stockdunkel ist (das Bad hat keine Fenster). Also war es schon mindestens 22 Uhr. Halb elf war es, um genau zu sein. Da habe ich dann schnell alles zusammengepackt und bin heim. Duschen, schnell ein Sandwich rein und im Bett noch ein paar Borg-Folgen gucken (Danke Gunther).
Heute habe ich das Bad dann (fast) fertig gestrichen und angefangen, das Holz abzuschleifen. Da es aber nun schon wieder stockdunkel ist und ich noch nichts gegessen habe, sage ich schnell "Gute Nacht".
0 Comments- Add comment Written on 28-Jul-2008 by CaptKeenLiebe Freunde,
wollte mich ganz schnell aber auch sehr herzlich fuer Euren Besuch am Samstag bedanken. Vielen Dank, dass Ihr den teilweise sehr langen Weg auf Euch genommen habt, um ein wenig Zeit mit mir zu verbringen! Es war sehr sehr schoen...
:D
2 Comments- Add comment Written on 26-Jul-2008 by sylkeOkay, okay. Ihr freut Euch alle, dass Derek in Deutschland ist. Das ist ja auch schön. Und wenn Ihr mithören könntet, was er mir morgens so erzählt, dann wüsstet Ihr auch, wie sehr er es genießt, im Kreis seiner Familie und seiner Freunde zu sein. Und mit seinem Golf 180 km/h auf der Autobahn zu fahren.
Was kann ich also von hier aus erzählen, um auch ein paar Kommentare im Blog zu erhaschen? Nun, ich habe heute viel über Heizungssysteme gelernt. Und festgestellt, dass Heizungsinstallateure, die am Telefon kurz angebunden sind, sehr auftauen und bereitwillig eine komplette Installationsprozedur erleutern, wenn jemand dafür Interesse zeigt. Und ich habe für mich die Entscheidung gefällt, dass ich zugunsten eines ökologisch fabelhaft abschneidenden Lärchenfußbodens - der auch noch toll aussieht - auf eine Fußbodenheizung verzichten kann und dann bleibt es eben "Forced Air".
"Das habt Ihr nicht in Deutschland? Wie zum Teufel heizt Ihr denn?" "Äh, Heizkörper. Oder Fußbodenheizung". "Glaub ich nicht." Hat er mir wohl auch bis zum Ende nicht geglaubt. Und wenn doch, dann hat er jetzt den Eindruck, dass in Deutschland nur exzentrische Reiche ein Haus haben. Verrücktheiten, solche Heizkörper. Nehmen doch nur Platz weg und sind teuer. Tut mir leid, konnte nichts machen, um das klarzustellen.
Ja, und dann würde ich wohl auch die Holzkamine mit Gaskaminen ersetzen. Da stehen wir ja jetzt ohnehin total drauf. Schalter drücken und "Feuerchen Chekov." Und so "energy efficient". Und außerdem darf man hier eh an vielen Tagen gar kein Holzfeuer machen. Wegen der frischen Luft und so. So wie der gute Mann mir das heute erklärt hat, ist das auch ganz einfach mit dem Austausch und das wollen jetzt eh alle. Aha.
Meine Pläne für das herrschaftliche Bad (man unterscheidet hier zwischen einfachen Bädern und dem "Master Bathroom", zu dem nur die Hausherren von ihrem "Master Bedroom" aus Zugang haben), also diese Pläne sind noch etwas nebulös. Derek und ich sind uns sehr einig, dass die pompös verzierten Spiegel, Lampen und Handtuchhalter raus müssen. Ebenso die ins herrschaftliche Thema passende Duschtür. Würg. Aber stattdessen? Mal sehen. Das muss wohl auch warten, bis die Kasse wieder gefüllt ist. Solange dann eben doch fluffiger Teppichboden im Bad (iiiiiiiiiihhhhhhhhhh - aber hier Standard) und Messingbeschläge so weit das Auge es erträgt.
Ansonsten habe ich noch zwei interessante Zeitungsartikel der letzten Tage.
Zunächst habe ich im Missoulian gelesen, dass Biologen an der Uni hier es geschafft haben, Bienen (!) darauf zu trainieren, Landminen zu finden. 10 Monate hatte sich ein Team darauf vorbereitet, sie in ehemaligen Kriegsgebieten im Ausland zum Einsatz zu bringen. Dann hat der damalige Verteidungsminister Rumsfeld eine Woche vor der Abreise angerufen und die ganze Aktion gestoppt. Warum? Das ist so an den Haaren herbeigezogen, dass ich es gar nicht recht übersetzen kann/will:
"Why? If the U.S. showed the world that bees could find land mines, this nation could not then use bees for other defensive - domestic - purposes, Rumsfeld said. In other words, the U.S. doesn't have a domestic land-mine problem, so UM's bees should be used to defend this country in other ways."
In etwa: Die USA sollten doch Anwendungen für diese schlauen Bienen finden, die der eigenen nationalen Sicherheit dienen, statt sie in anderen Ländern einzusetzen. Hier der ganze Bienenartikel.
Die Herausforderung ist jetzt, noch ein positives Ende für diesen Blogeintrag zu finden. Wir wäre es damit: Montana ist der US Staat mit den wenigsten Spam E-Mails. Am meisten belästig werden die Einwohner von Illinois (zu Illinois hat ja mein Lieblingskolumnist auch eine ganz eigene Meinung). Es folgen South Dakota und Oregon. Mit dieser Information lasse ich Euch nun ins Wochenende gehen.
Etwas wehütig. Denn wie könnte man sich besser vom Heizungs-Fußboden-Badfliesen-Hausversicherungs-Stress erholen, als bei einem Spritz in der Weststadt mit guten Freunden. Vielleicht mit einem Spaziergang in den Rockies. Ich werd's versuchen. Gute Nacht.
5 Comments- Add comment Written on 24-Jul-2008 by sylkeOle hatte ja nach Yvonnes Gastbeitrag vermutet, dass uns diese kleinen Dinge in Missoula vielleicht schon gar nicht mehr auffallen - doch, tun sie. Zwei Geschichtchen habe ich anzubieten:
1 - letzte Woche im Trailhead, einem fantastischen Outdoor Laden in Downtown Missoula
Katharina und ich wollen sicher gehen und noch eine Wanderkarte für unsere Gipfeltour kaufen. Auf den ersten zwei Karten, die wir anschauen, ist nichtmal der Gipfel eingezeichnet. Nicht sehr vertrauenserweckend. Ich frage also den einen Mitarbeiter. Der führt mich zur Schublade mit den Spezialkarten des US Forest Service. Wir müssen aber noch den richtigen Quadranten finden. Mittlerweile hat Katharina die Wanderführer der Gegend durchstöbert und einen gefunden, in dem die Wanderung recht detailliert beschrieben ist - inkl. Hinweis auf den richtigen Kartenquadranten. Die Karte ist dann schnell gefunden und ich schicke mich an, auch spontan den Wanderführer zu kaufen. Daraufhin werden wir gefragt, ob man uns nicht einfach die Beschreibung rauskopieren soll, die wir brauchen - dann müssten wir nicht das ganze Buch kaufen. ----- .
Ich erinnere mich kurz an diverse Bahnhofsbuchhandlungen in Deutschland, wo ich immer mal wieder aufgefordert wurde, ein Buch oder ein Magazin entweder zurückzulegen oder zu kaufen. Man sei ja schließlich keine Bibliothek. Und ich kaufe dann den Wanderführer erst recht.
2 - gerade eben am Telefon mit North Slope Wood
Das ist eine Firma hier in Missoula, die Holzfußböden aus Lärchenholz herstellen. Alles sehr nachhaltig und gut für die Umwelt. Ich habe angerufen, um zu fragen, was das Holz denn kostet und ob sie einen Laden haben, wo ich mir das mal anschauen kann. Ich habe dann länger nett mit dem Chef, der selbst ans Telefon ging, geplaudert - er wohnt direkt neben Jack, unserem Makler. Und als es dann ums anschauen ging sagt er, am besten soll ich bei ihm zu Hause vorbei kommen, da hat der den Boden schließlich verlegt und er arbeitet ja auch von zu Hause und so um halb 2 ist er vom Joggen zurück und das würde doch gut passen. So geht das hier. Und ich gehe da jetzt mal hin, ist schon 1.
3 Comments- Add comment Written on 23-Jul-2008 by sylkeHeute vor einem Jahr haben wir in Neckarsteinach geheiratet. Schon 12 Monate? Erst 12 Monate? Jedenfalls ist der Tag - und die Tage davor und danach - noch sehr lebendig in meinem Kopf und in meinem Herzen: die Sonne, die Hügel, die herausgeputzten Menschen, die fröhliche und die melancholische Musik.
Die letzten Jungesellinen Momente auf dem Balkon, die Jagdhornmusik, die von unten hochklingt. Die Augenblicke, als mein Vater mich an der Treppe abholt und dann, als Derek mich zum ersten Mal in diesem Kleid sieht. Und dann sehe ich alle Gäste, die mich anstrahlen. Ich strahle zurück und wenn man den Bildern glauben mag, verlässt das Strahlen mein Gesicht an diesem Tag nicht mehr.
Eine Unterschrift und ein Kuss besiegeln eine Liebe, die uns weit gebracht hat. Im übertragenen und im wahren Sinne des Wortes. Sie hat uns hierher gebracht, nach Missoula, Montana. Und wenn es eine Sache gibt, die mir hier fehlt, dann sind das all die Menschen, die ich hier auf den Hochzeitsbildern sehe. Und heute fehlt mir natürlich ganz besonders Derek, so hatten wir uns den ersten Hochzeitstag nicht gerade vorgestellt. Nun müssen wir das eben nachholen, das Hissen der Fahne und das Festessen.
Für heute bleibt mir dieses Lied, dass mir meine Trauzeugin Nadine geschickt hat und die Erinnerung an den schönsten Tag in meinem Leben.

7 Comments- Add comment Written on 22-Jul-2008 by CaptKeenLiebe Freunde und Blogleser: Das Geheimnis wird hiermit gelueftet, ich bin in Deutschland. Auf Geschaeftsreise. Es war die ganze Zeit nicht klar, ob es klappt, daher hab ich nichts gesagt. Sogar meine Mutter habe ich ueberrascht, die Arme. Montag ganz frueh bin ich gelandet. Aber was langweile ich Euch mit Details...
Zum Kern: da ich viel unterwegs bin und Euch alle nicht unter einen Hut kriege wollte ich einfach eine Zeit und einen Ort ausmachen, da werde ich sein und das hoffentlich schoene Wetter geniessen, und zwar mit Euch. Wenn Ihr Lust und Zeit habt.
Wo: Die Weststadt [wo sonst]
Wann: Diesen Samstag, ab 16:00 oder so.
Wer kommt?
Voller Vorfreude, :D
9 Comments- Add comment Written on 21-Jul-2008 by sylkeAm Donnerstag Mittag war es soweit: Jack hat die Schüssel zum Haus 1330 Clarkia Lane übergeben. Katharina (meine ehemalige mediaman Kollegin, die seit letztem Jahr in Ohio wohnt und gerade zu Besuch war) hat den ersten Schlüsseldreher und das erste Billiard Match dokumentiert (der Sieg ging übrigens auf mein Konto, wie ich ganz unbescheiden erwähnen möchte).
Für den Nachmittag hatten wir Julie, Scott, Jack und Jackie auf einen Drink ins Haus geladen. Katharina und ich haben uns den Weg dorthin erwandert: am L vorbei, über den Gipfel des Mount Jumbo, über den Sattel und hinten wieder runter. Das hat unerwartete 3 Stunden gedauert und ich war eine staubige und sehr durstige Hausbesitzerin.
Am Freitag Morgen haben wir uns bei einer wilden Raftingpartie von den Strapazen erholt. Mit Julie, Scott, Leslie und Steve ging es auf dem Clark Fork River durch die Alberton Gorge.
Keine Angst, Natalie war nicht mit auf dem Fluss. Wir hatten einen Babysitter dabei, der hat in der Zwischenzeit auf sie und die Kleine von Steve und Leslie aufgepasst.
Die Krönung von Katharinas Besuch war dann eine Bergtour auf den "Little St. Joseph Peak". Der ist 9.033 Fuß hoch (2.753 Meter). Wir sind um 14:15 los, waren um 18:00 oben und um 20:30 wieder am Auto. Anstregend. Aber jede Schweißperle wert:
Mehr Fotos gibt es bei Picasa im Album "Katharina Besuch". Heute habe ich dann zuerst Derek zum Flughafen gebracht (der soll Euch selbst verraten, wo er ist), und dann Katharina (die ist nach Vancouver geflogen). Nun sitze ich hier alleine, im Radio läuft was Altes von Soundgarden, und versuche, runterzukommen von all den Höhepunkten der letzten Tage und Wochen.
Vielen Dank für alle guten Gedanken, lieben Wünsche, Blog Kommentare und E-Mails zu unserem Hauskauf. Das hat uns wirklich sehr geholfen. Es war nicht leicht, aber jetzt ist es geschafft und wir sind sehr glücklich. Und freuen uns auf Besuch in der Clarkia Lane. Nun aber erst mal Gute Nacht.
2 Comments- Add comment Written on 17-Jul-2008 by sylkeMontag, 2 Uhr morgens: Telefonat mit der Hypovereinsbank in Darmstadt, es wird klar, dass das Geld aus Deutschland nicht rechtzeitig zum Notartermin hier sein kann. Wir müssen also innerhalb von 3 Tagen rund 50.000$ auftreiben. Hektische Telefonate mit Jack, dem Makler und Jackie, der Frau von der Hypothekenbank.
Montag Nachmittag: Telefonat mit Jack - können wir den Notartermin verschieben? Nicht wirklich. Aber bevor Derek seine Rentenversicherung anzapfen muss (was 7.000$ Gebühren bedeuten würde), könnten wir mit den Verkäufern verhandeln.
Montag Abend: Es sieht so aus, als würden wir von einer Bank einen Übergangskredit bekommen, halbberuhigt schlafen gehen.
Dienstag Morgen: Viele E-Mails und Telefonate, aber kein Durchbruch.
Dienstag Mittag: Die angepeilte Bank entscheidet sich, uns den sichergeglaubten Kredit doch nicht zu geben. Hektische Telefonate mit Jack und Jackie. Derek läuft den Flughafen in Dallas auf und ab. Auf und ab. Auf und ab. Jackie bietet an, uns das Geld privat zu leihen (wohl gemerkt, sie kennt uns gerade mal seit 3 Wochen). Die Missoula Credit Union (so eine Art Sparkasse) glaubt, sie kann uns einen Kredit geben, dazu brauchen wir allerdings wieder Unmengen von Kontoauszügen. Wir rechnen aus, dass es fast reicht. An einer anderen Front: die Hypothekenbank will einen Nachweis, dass ich legal in den USA wohne - Pass mit Visum einscannen und hinschicken. Und sie können unseren Vermieter nicht erreichen, der bestätigen soll, dass wir immer brav bezahlen.
Dienstag Abend: Zusage, dass wir den Kredit bekommen. Julie und Scott leihen uns den Fehlbetrag. Der Vermieter hat bestätigt, dass wir "good people" sind. Derek um 23 Uhr vom Flughafen abholen, Kreditantrag ausfüllen.
Mittwoch, 7:30: E-Mail von der Hyopthekenbank, das eingescannte Visum im Pass reicht nicht, sie brauchen die eigentliche Greencard - die ist aber noch immer nicht in Missoula. Also Termin für eine Telefonkonferenz mit der Einwanderungsbehörde, die meinen legalen Status bestätigen muss.
9:00: Termin bei der Credit Union. Kreditantrag durchgehen, der Betrag, den wir leihen können, ist sogar höher als erwartet, der Zinssatz spitze.
10:00: Termin bei der Hyothekenbank, Telefonkonferenz mit der Einwanderungsbehörde - alles legal, alles gut.
11:00: Derek wird vorlaut und fragt, ob das alles gewesen sein soll....
12:00: E-Mail von der Hypothekenbank, wir brauchen noch eine Bestätigung von den Vermietern aus Deutschland, dass wir immer brav bezahlt haben.
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH.
Ich zaubere einen Letter of Reference hervor, den Bundschuhs (unsere Vermieter in Darmstadt) für uns unterschrieben haben, darin wird das tatsächlich bestätigt. Das war einfach.
12:30: Katharina vom Flughafen abholen.
16:00: Notartermin. Anwesend außer uns: Jack, Jackie und Heidi, die Notarin mit deutscher Mutter, die sehr gut deutsch spricht. Schwer zu sagen, wer am müdesten aussieht - wir, Jack, oder Jackie. Oder wer von uns am meisten erleichtert ist, dass es nun vorbei ist. Wir unterschreiben eine Stunde lang Dokumente, die wir nur überfliegen und von denen wir nur die Hälfte verstehen.
17:00: Fast gehört das Haus uns. Denn Geld ist noch keins geflossen.
Das passiert morgen. Und dann bekommen wir auch den Schlüssel. Und dann wird Billiard gespielt. Nun muss ich aber erst mal schlafen. Das wird heute ganz sicher gut gehen - trotz der großen hellen Scheibe, die über dem "M" in unser Schlafzimmer strahlt. Gute Nacht.
6 Comments- Add comment Written on 15-Jul-2008 by sylkeDraußen geht die Sonne über den Hügeln unter, die langsam braun werden. Jedenfalls von weitem. Wenn man sie bewandert, sind sie noch immer geziert von bunten Blumen. Leider hatte ich dazu in den letzten Tagen keine Gelegenheit. Ich sitze am Laptop und schraube an einem Navigationskonzept.
2 Comments- Add comment Written on 12-Jul-2008 by sylkeEinheimische Filmemacher haben diesen Clip über das Feuer am Mt. Sentinel bei YouTube hochgeladen.
Die beiden Brüder machen übrigens gerade einen Spielfilm, der eine Art montanisches "Sideways" werden soll. Nur wird statt Wein in Kalifornien Whiskey in Montana geschlürft. Hier ein Artikel zum Film "The Best Bar in America".
2 Comments- Add comment Written on 10-Jul-2008 by sylkeGestern Abend wurden angeregte Plaudereien und sanftes iPod Gedudel anlässlich einer Abschiedsgrillerei für Kirchdorfers plötzlich von einem neuen Geräusch überlagert. An Autobahn und Zug schon gewohnt, ließ dieses tiefe Brummen alle aufhorchen: Feuerwehrhubschrauber.
Die Feuersaison 2008 hat also offiziell auch in Montana begonnen, nachdem wir in den letzten Tagen schon den Rauch der kalifornischen Waldbrände ins Tal geblasen bekommen haben. Nun hat es also am Mount Sentinal gebrannt, der Berg an dessen Fuß die Uni liegt und der von einem M geziert wird, das noch häufiger von Spaziergängern besucht wird, als unser L direkt gegenüber. Die Tatsache, dass das Feuer recht nah war, zeigen diese Bilder, die vor unserem Haus aufgenommen wurden:
Das sieht allerdings alles dramatischer aus, als es ist. Es bestand nie eine Gefahr für Häuser. Dennoch drehen heute morgen die Feuerwehrhubschrauber weiter ihre Runden. Es ist für heute nachmittag sehr starker Wind vorhergesagt und man will wohl sichergehen, dass da nichts mehr glimmt. Hier der Artikel im Missoulian von heute morgen "Mount Sentinel Scorched", einer zum aktuellen Stand der Dinge und ein kleiner Film von den Löscharbeiten.
Außer den Hubschraubern hören wir nun nur noch die Waschmaschine und den Trockner, vorbei mit "DERRIIIIEEE! Wann spielen wir Frisbee???" oder "Papi, noch einmal Wii spielen, oda?" oder "Wooooooooooooooooha. Das ist das krasseste [variabel befüllbar...], das ich je gesehen habe!"
Weil ich sonst wieder so traurig werde, hier nur noch schnell ein Link zum Album "Kirchdorferbesuch". Gute Reise, Ihr Lieben.
8 Comments- Add comment Written on 09-Jul-2008 by sylkeSeit über zwei Wochen sitzen die vier Kirchdorfers nun auf der anderen Seite des Blogs und haben es mit Leichtigkeit hinbekommen, der missoulanischen Idylle im Hause Laine eine gehörige Portion deutscher "Lebendigkeit" beizumischen. Nur noch zwei Tage, dann reisen wir schon wieder ab (und zwar mit ZWEI weinenden Augen). Daher wird es höchste Zeit für uns, endlich mal einen Gastbeitrag zu bloggen.
"Was haben die Laines sich nur dabei gedacht", fragten wir uns monatelang von der deutschen Blogseite aus. Wie darf man den Schritt verstehen, in ein Städtchen umzusiedeln, in dem etwa 5 Schwarze, aber (zumindest diesen Sommer) 5.000 000 000 Moskitos leben? Wo Downtown übersichtlicher wirkt als die Darmstädter Fußgängerzone und wo keiner sein Haus tagsüber abschließt und man sich eben mal eine Campingausrüstung bei verreisten Freunden leiht, die ebenfalls Tür und Tor offen stehen lassen? Wo auf dem vierspurigen Stadthighway freundlich winkende Autofahrer für jeden Fußgänger stoppen und Menschen auf riesigen Reifenschläuchen (inner tubes) von Zuhause spontan über den Fluß ins Stadtbüro floaten?
Wenn man Sylke und Derek besucht, erübrigen sich all diese Fragen. Es wird deutlich, dass trotz großartiger Blogarbeit eine virtuelle, zweidimensionale Nabelschau niemals dem realen Eindruck gerecht werden kann. Erst wenn man selbst hier ist, spürt man diese merkwürdige Zufriedenheit, die von diesem Ort ganz offensichtlich auf seine Bewohner ausstrahlt. Wenn man von der Verkäuferin im Schuhladen oder der Kassiererin im Supermarkt unerwartet wiedererkannt und in ein nettes Gespräch verwickelt wird. Wenn ein Ehepaar, das den Visitor Center einer Geisterstadt leitet, den Kirchdorfers eine Privatführung durch ihre eigenen, im traditionellen Goldgräberlook gehaltenen Räumlichkeiten gibt. Oder wenn der Besitzer des Rattlesnake Garden noch kurz vor Feierabend warme Leckereien aus der Küche serviert und uns diese dort vertrauensvoll in Ruhe genießen lässt, obwohl er längst im Auto Richtung Heimat sitzt. Wenn man im Park vor dem Haus die Streifenhörnchen beobachtet, die mitten auf der Straße Siesta halten. Oder wenn man beim Paddeln auf dem Seely Lake die kleinen pittoresken Cabins entlang des Seeufers bewundert, während die Berge ihre Schatten schon lange über den See werfen.
Irgendwie ist es für unsere Touristenaugen nicht leicht, diese Mischung aus eindrucksvollen Naturschauspielen und urbanem Flair auf den ersten Blick einzuordnen. Zum Beispiel wenn sich die halbe (oder ganze) Stadt auf dem Farmers Market zum stylischen Stehfrühstück bei exquisiten Backwaren trifft oder von der Restaurantterrasse aus tätowierte Angler einen Flyfishing-Wettkampf am Rattlesnake Creek austragen.
Diese und viele weitere oben nur als Spotlights überlieferten Erlebnisse haben uns überzeugt, dass die Laines ihre neue, von Bergen eingerahmte Heimat gut gewählt haben. Dabei sind wir in unseren knapp zweieinhalb Ferienwochen nicht mal bis zu ihrem Lieblingsort, dem "Big Hole" gelangt, der für die beiden der augenscheinliche Inbegriff des "Big Sky" ist. Aber es gibt einfach so viel zu entdecken und unendlich viele Gründe wiederzukommen - mal ganz abgesehen davon, Sylke und Derek live zu sehen. Wir werden uns jedenfalls brav hinten an der Besuchsschlange anstellen und warten, bis wir wieder dran sind.























1 Comment- Add comment Written on 08-Jul-2008 by sylke
Kleine Reminiszenz an alte Zeiten. Sowas habe ich aber an der Mainzer Sandflora nie gesehen.
10 Comments- Add comment Written on 03-Jul-2008 by sylkeJa, so geht das ja nicht weiter. Auch, wenn es bei so liebem Besuch soooooooooo viele andere Dinge zu tun gibt, als zu bloggen, wollen wir doch unsere Leser daheim nicht weiter auf dem trockenen sitzen lassen. So viel ist mittlerweile passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Vielleicht mit diesen Bildern, die Luis und Nike zeigen, die schon sehr früh den "Big Sky" entdecken:
Haus
Also, die Inspektion ist soweit gut gelaufen. Es könnte sein, dass die Heizung Gas leckt, aber da wir die ohnehin austauschen wollten, ist das kein großes Ding. So besteht allerdings die Chance, dass der jetzige Eigentümer sich noch an den Kosten beteiligen muss. Das wird alles in den nächsten Tagen verhandelt. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn wir hier keine Freunde hätten, die viel Hauskauf-Erfahrung haben und uns so immer viel Erklärungen und Tipps geben können. Und die uns einen Makler empfohlen haben, dem wir vertrauen können.
Da es dann ja bald konkreter werden kann: Hat irgendjemand schon mal Erfahrung mit dem Einbau einer Fußbodenheizung gemacht? Ist es so toll, eine zu haben, wie ich immer denke? Da wir ohnehin den hässlichen Teppichboden rausreißen wollen, könnte man natürlich im selben Zuge für warme Füße im Winter sorgen.
Habt Ihr schon mal irgendwo Korkfußboden gesehen? Ist das toll? Oder Bambus? Sieht das schön aus?
Zelten
Wie schon erwähnt, waren wir letztes Wochenende ja zelten am Seeley Lake. Da wir zum ersten Mal einen Camping-Tripp alleine geplant haben, war alles etwas aufwändiger als nötig - aber es hat sich gelohnt.
4. Juli
Morgen ist Independence Day - der größte amerikanische Feiertag. Vormittags gibt es eine Parade, danach gehen wir raften (einen Erwachsenenabschnitt und einen Kinderabschnitt) und abends gibt es Feuerwerk. Samstag Farmers Market, Sonntag ein Rodeo. Dann haben wir das Full-American Weekend komplett, nachdem Kirchdorfers heute zu einem Indianer Pow-Wow fahren. Wir müssen leider arbeiten. Für die Fußbodenheizung.
1 Comment- Add comment Written on 03-Jul-2008 by CaptKeenLiebe Blogleser, es kommt bald ein neuer Post, mit Bildern, versprochen. Wir sind nur ein wenig im Stress [Arbeit, Hauskauf, &c.] und kommen nicht nach. Bitte haltet uns die Treue!!!